Dorp
August 21st, 2010 - 14:50

Königsschießen in der Scheune nebenan. Neuerdings wird der Verlauf des Wehrsport-Wettkampfes mittels einer zunehmend lauten PA kommentiert, damit keinem Mitglied der stetig sich mehrenden VolksDorfgemeinschaft etwas entgeht. Zuvor marschiert der Festumzug unter zackigem Befehlston nacheinander zu den amtierenden SchützenkönigInnen, begleitet vom Spielmannszug, der das ganze mit “Ich hatt’ einen Kameraden” unterlegt (edit: am Denkmal für in den beiden Weltkriegen gefallenen Söhne).

Achja Literaturempfehlung: H. Borggräfe: Schützenvereine im Nationalsozialismus, Münster 2010;
hier die Einleitung

Seefahrt: lustig (naja)
August 11th, 2010 - 17:56

Mehrere Monate lang gehörte das Blog tanker.blogsport.eu zu meiner Lieblingslektüre. Dort wurde unterhaltsam und eloquent über parlamentarische Jungstreber, (Ex-)Antideutsche und lästige Reiseblogs hergezogen. Wie alles, worin die fdp verächtlich gemacht wird, gefielen mir die meisten Beiträge des Tankers, der in die richtige Richtung fuhr, sehr gut. Leider ist die Reise schon seit einiger Zeit vorbei.
Nach einer längeren Flaute hat sich der Kapitän/die Kapiteuse offenbar bis auf weiteres für einen Landurlaub entschieden, die Fahrtrichtung gewechselt und den nächsten Hafen angesteuert. Ich hege noch immer Hoffnung, daß das Dasein als Landratte nicht von Dauer sein wird und der Tanker irgendwann wieder auf große Fahrt geht. Solange bleibt die Adresse in meinem Feedreader.

Ist das schön…
Juli 7th, 2010 - 23:17

Es ist vorbei.
Wurde auch Zeit.

Sonntags im Idiotenbezirk
Juli 4th, 2010 - 15:08

Statt daß der Wecker klingelt, geht früh sonntagmorgens die Alarmanlage der gegenüber abgestellten Schwabenkutsche los. Verschlummert ärgert sich die Nachbarschaft auf den Balkonen, der zugehörige Schwabe taucht aber nicht auf. Stattdessen kommt ein enragierter Anwohner und tritt die hausgroße Kutsche zusammen. Nachdem der Alarm irgendwann wieder ausgegangen ist und sich ausgiebig am SUV abreagiert wurde, kehrt aber auch keine Ruhe ein, sondern flexen und hämmern sich Zwischennutzer unter hoher Geräuschemission durchs entkernte Gemeindegebäude und geradewegs in die umliegenden hart verkaterten Schädel. Morgen muß ich wieder mal eine neue Garnitur Ohropax holen. Oder mit dem Saufen aufhören. Oder wegziehen.

Landschaftsproduktion: nächtliche Zerklüftung verschiedener Urbarkeit
Mai 28th, 2010 - 19:37

Google Wardriving: Ortung über Wi-fi
Mai 8th, 2010 - 02:16

Seit 2007 hat Google Maps Mobile das Feature “My Location“. Damit kann Google, anhand von Informationen über benachbarte Funkzellen und WLAN Access Points, die Position des Telefons bestimmen. Es wird dafür also kein GPS benötigt, was Strom spart und auch Geräte in Gebäuden und solche, die kein GPS haben, orten kann.
Bis heute ging ich davon aus, daß die Positionsfeststellung auf iPhone etc. über die Signalstärken der umliegenden Handymasten trianguliert werden, wie ich das von GSM kenne. Das ist nichts spannendes, hab ich schon per Hand gemacht und machen die Bullen die ganze Zeit. Dieses “My Location” nutzt aber halt außerdem noch eine weitere Alternative zu GPS.
Google fährt nämlich in seinen Street-View-Karren durch die Gegend, samt einer GPS-Antenne auf dem Dach, und scannt WLANs. Die MAC-Adressen der Access Points zusammen mit der Position des Fahrzeugs gespeichert. Sobald irgendwer auf dem Telefon bei Google Maps auf den “My Location” Button haut, sammelt der Browser die MAC-Adressen sämtlicher umliegender Access Points samt deren Verbindungsstärke (also der Entfernung zu ihnen) ein und schickt das ganze an Google. Da wird anhand der unter den MAC-Adressen abgelegte GPS-Daten wohl relativ zuverlässig die Position des Gerätes rekonstruiert.
Lustigerweise gibt es das Ganze seit einiger Zeit auch für die Gears API, die von Firefox 3.0 oder höher unterstützt wird. Oder so. Wußte ich auch nicht. Das funktioniert bei eingeschaltetem wireless adapter auch ziemlich genau. Soweit man hört, auch in menschenleeren und eher abgeschnittenen Gegenden.
Google hat vor ein paar Tagen eine Erklärung an Datenschutzbeauftragte herausgegeben, in der betont wird, daß entgegen den Gerüchten die WLANs nicht auf den Street-View-Touren gescannt werden, daß nur abgehört und nicht injiziert wird, also nur Broadastpakete empfangen werden und von denen nur der Header verwendet wird, und daß die Anfrage auf “My Location” komplett verschlüsselt durchgeführt wird. Mozilla stellt ebenfalls fest, daß außer Google niemand die bei der Anfrage lokal gesammelten Daten bekommt. Außerdem meint Google, daß auch andere Firmen Wardriving betreiben.
Statt hier jetzt nochmal im Datenschutzgesetz zu blättern, warten wir einfach mal ab, was passiert. Bis auf weiteres jedoch stellt jeder WLAN-Router einen kostenlosen Knoten im weltumspannenden Ortungsnetz von Google dar, über den jeder Idiot auf seinem iPhone streuverlustfreie ortsgebundene Google-Werbung erhält. Damit, den eigenen Router öfters mal abzustöpseln und durch die Gegend zu tragen, ist die Sache auch nicht erledigt, weil die tausenden GPS-fähigen Handys, die in innerstädtischen Bereichen permanent zwischen Latte Macchiato und Poserclub hin und hergeschleppt werden, das Google-Wardriving dank prinzipiell kongruenter Ausrüstung streckenweise glatt überflüssig machen, und außerdem ihre Position noch über die Funkzellen bestätigen können. Das Netz wird also ständig aktualisiert.
Daß die vordergründige Erwägung hinter der Entwicklung derart aufwendiger Verfahren die ortsbezogene Werbung ist, kann man sich ja denken. Unter dem Vorwand, ein schnelleres Internet ermöglichen zu wollen, hat Google aber sogar schon eine Anfrage bei der IETF eingereicht, um DNS-Server mit der genauen Position der anfragenden Hosts zu versorgen. Wer Bock hat, kann sich ja zu der ganzen Thematik einen Vortrag des letzten CCC angucken.

kugelblitz #2: chasing
April 7th, 2010 - 18:33

flackernde leuchtende kugel, dramatisch einkreisend verfolgt

lonesome kugelblitz #1
April 6th, 2010 - 04:41

in silica erdachte wüstenei, von leuchtender entität aus der dunkelheit geschält


März 30th, 2010 - 20:11

Ein amerikanisch-russisches Unternehmen verkauft Software, die mit TrueCrypt verschlüsselte Festplatten ohne Brute Force entschlüsseln kann. Dazu muß der entsprechende Rechner aber an sein, die TrueCrypt-Partition gemountet haben und über einen Firewire-Port verfügen, damit ein Speicherabbild erstellt werden kann. Sollte man also vermeiden können. Daß das ganze sowieso nichts neues ist, kann man sich hier angucken.

APA + natbib
März 20th, 2010 - 14:52

Arbeiten, die APA-konforme Literaturverzeichnisse haben sollen, lassen sich in latex mit dem Paket natbib layouten, das deutlich mehr Spaß macht als bibtex. Dazu einfach \usepackage[options]{natbib} einfügen. Als bibliography style entweder das vorhandene apalike verwenden, oder apa.bst ins Arbeitsverzeichnis runterladen, mit \bibliographystyle{apa} einbinden und nach Gutdünken anpassen, respektive am allerbesten: apa-good runterladen, in den Zeilen 384 und 530 die Kommata durch “~” ersetzen, damit bei Ausgabe der kompletten Autorinnenliste vor dem letzten kaufmännischen “und” keins mehr kommt, und fertig ist der Lack!

brennende Autos:
Februar 8th, 2010 - 19:29

“Ein durchschnittlich ausgestatteter Porsche Cayenne kostet 130 000 Euro. Einer ALG-II-Bezieherin werden im Regelsatz für »Mobilität« monatlich 14,26 Euro zugestanden. Wenn sie diese Pauschale nun anspart, um sich einen derartigen fahrbaren Untersatz zu kaufen, müsste sie dies 760 Jahre lang tun. Der Erlebensfall ist also ausgeschlossen. (…) Es ist einfach der elende Zustand der Gesellschaft: Symbolisch stehen mit einem Porsche Cayenne neben dem armen Schlucker knapp acht Jahrhunderte Abstand zum guten Leben – abgeparkt am Straßenrand.”

Michael Kronawitter (ALB)


Januar 29th, 2010 - 22:48

Der des Anschlags auf das Haus der Demokratie in Zossen Verdächtigte hat die Brandstiftung gestanden. Weitere Ziele faschistischer Angriffe wurden in den letzten Tagen die Alte Meierei in Kiel und die Räume der Naturfreundejugend Berlin.

Spaß mit Technik
Januar 26th, 2010 - 03:33

Wenn man beim Asus X51L den Kopfhörerausgang verfehlt und also einen 3.5-Millimeter-Klinkenstecker in den USB-Port steckt, wird die BIOS-Konfiguration gelöscht und der Computer geht sofort aus und bis nach Rausnehmen des Akkus auch nicht mehr an. Das Booten von Ubuntu 9.10 wird aufgrund eines Fehlers im filesystem check abgebrochen, weil mountall fehlschlägt, da der letzte Zeitpunkt an dem die Systempartition gemountet wurde ja in der Zukunft liegt, weil mit dem BIOS-Kram ja auch die Systemzeit gelöscht wurde.

Sollte man also nicht unbedingt machen, kann man aber.

Neues von der Entertainmentfront
Januar 24th, 2010 - 17:16

Zwar wurden die Markenrechte am Begriff “Hardcorewieder verloren, aber dafür gewinnt die national gesinnte Bewegung Land auf anderem Terrain: richtig gutem Rap.

edit: Youtube hat TOS Violation festgestellt. Schade daß denen das gerade aufgefallen ist als sich die Zugriffszahlen des heimattreuen Medleys gerade von einem Tag auf den anderen verzehnfacht hatten. Doch das Jupp Goebbels Institut für Jugendkultur hat offenbar rechtzeitig gehandelt und den Film gesichert. Er kann aktuell hier abgerufen werden.

edit #2: Mittlerweile wird in der Fangemeinde auch ein Bootleg eines weniger bekannten Tracks gehandelt. Sind wir vom aufsteigenden Stern am deutschnationalen Raphimmel bisher sozialkritische Texte gewohnt, zeigt uns der sensible Junge aus dem Volk hier, daß er durchaus auch persönliche Themen wie Romantik und Trennungsschmerz glaubhaft rüberbringen kann. (via)


Dezember 11th, 2009 - 03:05

Bei den Protesten gegen das SZ-Führungstreffen Wirtschaft im Adlon wurde ein 14-jähriger, weil er ein ViSdP vergessen hatte, von Beamten der 5. Direktionshundertschaft möglicherweise dermaßen zusammengehauen, daß er sein Bewußtsein erst sieben Stunden später im Krankenhaus wiedererlangte. Was genau passiert ist, wissen nur die Bullen.
(via)