Archive for Dezember, 2007

Ein Bild und seine Geschichte #13

Samstag, Dezember 29th, 2007

Das ökoanarchistische Kollektivdorf “Grüne Furche” hatte den Anspruch, selbstbestimmtes Wohnen mit der Weiterentwicklung gesellschaftlicher Standards und linker Politik zu verbinden, war jedoch nicht wirklich handlungsfähig, weil der nächste Mobilfunkmast viel zu weit entfert stand.
Das Kollektiv lebte weitestgehend abgeschnitten vom Rest der Szene, von Skeptikern unter Sektenverdacht gestellt, von Liebhabern allerdings als Rückzugspunkt weitab vom alltäglichen Würgegriff der Metropolen und szeneinternen Rechtfertigungszwängen hoch geschätzt und zum Teil verehrt wie verklärt. Später sollte das Dorf der Vergewaltigung durch den zunehmenden Tourismus, hauptsächlich aus Berlin-Prenzlauer Berg, zum Opfer fallen und seine einzigartige Atmosphäre zwischen aus dem Boden schießenden Streichelzoos und Headshops unwiderruflich zugrundegehen.

Deutscher HipHop is dying slowly and painfully

Mittwoch, Dezember 26th, 2007

Bereits im November hat das Rap-Duo Kinderzimmer Productions bekannt gegeben, in Zukunft nicht mehr gemeinsam unter dem bekannten Namen zu musizieren. Als Gründe wurden die prekäre finanzielle Situation und die zunehmende Verdummung des deutschen und deutschsprachigen Rap angegeben. Noch im Sommer war das Album “Asphalt” erschienen und vor zwei Wochen erschien in der Wochenzeitung freitag ein etwas konfuses Interview, in welchen vom Aufhören keine Rede ist. Die Banausenrepublik nimmt feierlich Abschied von einem der intelligentesten Projekte im deutschen Hip-Hop überhaupt und macht in diesem Sinne auch noch Werbung für HipHopVinyl in Friedrichshain.

Und wie wir nun gestern per Newsletter vernehmen mußten, hört auch das Berliner Label Royal Bunker im kommenden Jahr vorraussichtlich auf. Mit K.I.Z., dem bisher besten Pferd im Stall und Dauererfolg des Jahres, soll laut Labelchef (Marcus) Staiger auf jeden Fall noch ein Album rausgebracht werden, bevor die Lichter endgültig ausgehen. Auch wenn von der Bande Zöglinge doch wie Sido, B-Tight und Kool Savas einige zu eingangs erwähnter Verrohung oder zumindest Einengung deutscher Rapmusik im Mainstream beigetragen haben und andere hoffnungsvollere Gesichter wie Prinz Porno längst ausgestiegen sind, werten wir das Ableben der traditionsreichen Buchte in der Falkensteinstraße Nummer Dreizehn ebenfalls als Verlust.

Währenddessen besinnt sich der Nachwuchs in Bielefeld auf nationale Werte

Hohlcontent #12

Mittwoch, Dezember 19th, 2007
junge frauen in abendkleidern harren gefechtsbereit im unterholz

Aus Gründen der Prinzipientreue und vorangegangener Grundsatzkonflikte hatte sich die Emanzipatorische Antinationale Brigade schwer ins Zeug gelegt und sorgfältig darauf vorbereitet, bei einem heutigen möglichen Zusammentreffen endlich und ein für allemal klarzustellen, daß man sehr wohl und durchaus imstande sei, sich deutlich besser anzuziehen als die Schlampen von der Fraktion Internationale Solidarität

Punkrockconcertguide #50

Freitag, Dezember 7th, 2007
  • Die Kopierbar am Rosenthaler Platz wurde übernommen. Ab Freitag, den 7.12.2007 ist Eröffnungsmarathon. Kommt alle!!

Naziaufmarsch Berlin-Rudow 1.12.2007

Sonntag, Dezember 2nd, 2007

Da isse!!    Quelle: Rassloff/ADF

Die Berliner Morgenpost erklärt: Die Querfront:

Den Rechtsextremen scheint es gestern in Neukölln tatsächlich gelungen zu sein, über Interessenkonflikte hinweg ein breites Demo-Bündnis zu organisieren und eine sogenannte Querfront aufzubauen. Noch vor Monaten galt dieser Zusammenhalt in der Szene als undenkbar. Gestern aber marschierten neben etablierten NPD-Politikern aus Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen, komplett in schwarz gekleidete Kameradschaftsmitglieder aus mindestens sechs Bundesländern sowie kahl rasierte neonazistische Skinheads. Beim Anblick von Gegendemonstranten skandierten sie Losungen wie “Frei, sozial und national” und “Nie wieder Israel”. Zudem trugen die Neonazis Transparente mit Zitaten der ehemaligen RAF-Terroristin Gudrun Ensslin, und aus ihren Lautsprecherwagen kam Musik einer Punkrockband.

Mehr über die “Querfront” von rechts nach rechts bei Indy, der Süddeutschen und der taz.