Archive for the ‘Eßt mehr Kunststudenten’ Category

Auguststraße gewesen

Mittwoch, Februar 11th, 2009

Wer gern mal wieder diese Mischung aus Ekel und Faszination erleben möchte, welche schon früher im Kunst-LK stets für aufgestellte Nackenhaare sorgte, kann sich hier angucken, wie es aussieht, wenn reiche Kinder von Eltern mit zu viel Geld schonmal probeweise den sie erwartenden Kunstbetrieb abfeiern, für den sich auszubeuten sie deshalb kaum erwarten können, weil sie dabei neben sich selbst auch noch andere verarschen können. Wohin sowas in Berlin schlußendlich führt sieht man mehr oder weniger zentrumsnah auf seinem Weg zur Bierbude beim Touristenslalom oder freitagabends wenn man sich freitagabends zu Vernissagen durch diverse den Gehweg überschwemmende Poshmobs boxen muß. Wenn das so weitergeht, können die Zeiten, in denen wir mit unseren Krückstöcken wedelnd am Straßenrand auf leeren Sternburgkästen schimmelnd geifernd über die vorbeidefilierende “feine Jugend” uns ereifern, nicht mehr fern sein.

Linie 206 bleibt!

Montag, September 22nd, 2008

Anfang Juni dieses Jahres hat das Haus Linienstraße 206 in Mitte seinen Besitzer gewechselt. Das bedeutet für das linke Wohnprojekt eine akute Bedrohung, denn der neuen Eigentümer meldet Eigenbedarf an, verlangt Zugang zu dem Haus und läßt also keinen Zweifel daran, daß er das Haus entmieten will.

Die Bewohner rüsten nun zur Verteidigung ihres Freiraums. Nachdem ein offenbar adäquater Mob persönlich das Angebot über die Auflösung der Mietverträge abgelehnt hatte, folgt nun am 26.9.2008 eine Demonstration.

Die Aufwertung der Gegend um die Grenze zwischen Mitte und Prenzlauer Berg schreitet mit großen Schritten voran. Der gleichzeitige Bau von vier Hotels am Rosenthaler Platz und so spaßige Dinge wie der Marthashof oder die immerhin vorerst auf Eis gelegten Fehrbelliner Höfe zeigen eine äußerst rasante Entwicklung in Richtung vollständiger Yuppi- und Touristifizierung. Mit beidem ist viel Geld zu machen und so ist die Linienstraße auch nicht das einzige bedrohte Projekt in Mitte. Die Zukunft der Brunnenstraße 183 und des Schokoladens ist ungewiß und die Werkstatt Fleischerei mußte bereits weg. Unter den Aufrufern sind außerdem die bedrohten Häuser Yorck59 im Bethanien, Rigaer94 und Liebig14.

Freitag, 26.09.2008: Rosenthaler Platz, Beginn 17:00

Griff ins Archiv

Donnerstag, September 20th, 2007

Obenstehende Zeichnung soll nachfolgend verlinkten, nie vervollständigten, mangelndem Durchhaltevermögen und Konzentrationsschwächen zum Opfer gefallenen, dafür liebevoll bebilderten Fortsetzungstext illustrieren. Sind doch beide erste vorsichtige Ergüsse der gleichen, von jugendlicher Unreife und Selbstüberschätzung geprägten, die dicke schwere Luft langer dunkler wein- und tabakschwangerer Nächte atmender Schaffensperiode, die der werdende Künstler und Großstadtnichtsnutz, so dachten wir, als unausweichliche, möglichst selbstzerstörerische Initiationsphase vor dem möglichen Werden wirklich großer, reifer Kunst, durchleben muß. Bevorstehende kalte Winternächte erinnern an diese Zeit, besonders, nachdem mein arbeitsspeicherröstender Prozessor nur noch auf der Hälfte seines Potentiales laufen darf und die Nächte demzufolge noch länger werden. Zeit genug, angekündigten Schwachsinn zu lektorieren?

Krischan sein Mufflon. Novelle mit Tieren und Tölpeln.

Komplexe Zusammenhänge in vagen Andeutungen

Dienstag, März 27th, 2007

Ob der Spekulant Gijora Padovicz mit dem Rauskanten von Friedrichshainer Hausprojekten “weitergehende Ziele” verfolge, fragt sich heute die taz.

Der Herr besitzt eine große Zahl an Grundstücken auf dem von den selbsternannten Yuppies von Mediaspree zur Errichtung ihres repräsentativen Bonzenghettos auserkorenen Gebiet.

Direkt an dieses angrenzend befinden sich die Köpi und der Schwarze Kanal, dieser akut räumungsbedroht, jene in letzter Zeit unter lächerlichen Vorwänden (”illegaler Ausschank”) polizeilichen Übergriffen ausgesetzt. In unmittelbarer Nachbarschaft besetzt die Yorck59 das Bethanien und berherbergt die Initiative Mediaspree Versenken.