Archive for the ‘Der rechte Rand’ Category

Dorp

Samstag, August 21st, 2010

Königsschießen in der Scheune nebenan. Neuerdings wird der Verlauf des Wehrsport-Wettkampfes mittels einer zunehmend lauten PA kommentiert, damit keinem Mitglied der stetig sich mehrenden VolksDorfgemeinschaft etwas entgeht. Zuvor marschiert der Festumzug unter zackigem Befehlston nacheinander zu den amtierenden SchützenkönigInnen, begleitet vom Spielmannszug, der das ganze mit “Ich hatt’ einen Kameraden” unterlegt (edit: am Denkmal für in den beiden Weltkriegen gefallenen Söhne).

Achja Literaturempfehlung: H. Borggräfe: Schützenvereine im Nationalsozialismus, Münster 2010;
hier die Einleitung

Ist das schön…

Mittwoch, Juli 7th, 2010

Es ist vorbei.
Wurde auch Zeit.

Freitag, Januar 29th, 2010

Der des Anschlags auf das Haus der Demokratie in Zossen Verdächtigte hat die Brandstiftung gestanden. Weitere Ziele faschistischer Angriffe wurden in den letzten Tagen die Alte Meierei in Kiel und die Räume der Naturfreundejugend Berlin.

Neues von der Entertainmentfront

Sonntag, Januar 24th, 2010

Zwar wurden die Markenrechte am Begriff “Hardcorewieder verloren, aber dafür gewinnt die national gesinnte Bewegung Land auf anderem Terrain: richtig gutem Rap.

edit: Youtube hat TOS Violation festgestellt. Schade daß denen das gerade aufgefallen ist als sich die Zugriffszahlen des heimattreuen Medleys gerade von einem Tag auf den anderen verzehnfacht hatten. Doch das Jupp Goebbels Institut für Jugendkultur hat offenbar rechtzeitig gehandelt und den Film gesichert. Er kann aktuell hier abgerufen werden.

edit #2: Mittlerweile wird in der Fangemeinde auch ein Bootleg eines weniger bekannten Tracks gehandelt. Sind wir vom aufsteigenden Stern am deutschnationalen Raphimmel bisher sozialkritische Texte gewohnt, zeigt uns der sensible Junge aus dem Volk hier, daß er durchaus auch persönliche Themen wie Romantik und Trennungsschmerz glaubhaft rüberbringen kann. (via)

Kleine Presseschau Extremismus

Montag, März 30th, 2009

Die Nazis vom nationalen Widerstand haben es ja nun mit ihrer auch vorher hinlänglich bekannten und schlecht resp. nicht recherchierten Abschußliste “linksextremer” Kneipen und Läden bis in die bürgerliche Presse geschafft. Der unter dem Artikel von der demokratischen Leserschaft abgegebene Meinungsmüll verdeutlicht lustigerweise auch gleich, warum die meisten Läden die jetzt eingetroffene briefliche Einladung zur Zusammenarbeit mit und von der Polizei ignorieren werden…
Aufmerksam geworden wahrscheinlich durch das fortwährende Geschepper deckte die Journaille jedoch kürzlich mit gerade mal vier läppischen Monaten Verspätung auch den Verkauf von Thor Steinar an einen arabischen Investor auf. Die demokratische Öffentlichkeit behält die Ränder des politischen Spektrums also gut im Auge.

Deutsche Zustände

Samstag, Dezember 6th, 2008

Laut der im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung im Rahmen der seit 2002 laufenden Langzeituntersuchung “Deutsche Zustände” erstellten Studie “Bewegung in die Mitte” bleibt der deutsche Antisemitismus auf konstantem Niveau. In den westlichen Bundesländern finden antisemitische Aussagen stärkere Befürwortung als im Osten, in denen allerdings die Fremdenfeindlichkeit zunimmt. Die Befürwortung eines autoritären Staates und die Verharmlosung des Nationalsozialismus, ebenfalls im Westen stärker vertreten, nimmt langsam ab. Frauenfeindlichkeit tritt im Gegensatz zu Homophobie im Westen ebenfalls stärker auf. Wie schon in der Studie “Vom Rand zur Mitte” festgestellt, breiten sich rechtsextreme Ansichten weiter in der Mitte der Gesellschaft aus.

RAC supports Antifa

Donnerstag, November 13th, 2008

In der Auseinandersetzung um den Auftritt der Oi!-Band Stomper98 am 15.11. im Conne Island haben das ZK Knülle sowie Audiolith unter Federführung von den sich hintergangen fühlenden Egotronic brauchbare Belege für die rechtsoffenheit der Band vorgelegt. Das Conne Island bemüht sich in seiner Entscheidung, sich die Oi!-Szene warmzuhalten zu versuchen, um Transparenz und stellt die Briefwechsel und Stellungnahmen zur Verfügung.

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Fussball muss sterben, damit wir leben koennen

Montag, Juni 30th, 2008

Hate Football - Hate GermanyFußball an sich ist ja eigentlich schon scheiße…
Die Adelung seiner zur bequem zu äußernden und deshalb schulterzuckend abverlangten nationalen Pflicherfüllung und der vorrauseilende Gehorsam der dummdeutschen Mehrheitsgesellschaft, der offenbar eh latent chauvinistischen Armada überbezahlter Medienficker und nicht zuletzt der zu möglichst ausgiebiger Volksnähe sich bemüßigenden deutschen Amts- und Würdenträger gegenüber dieser ob 2006 gar nicht mehr so neuen deutschen Tugend Fußballgeilheit hätte aber eigentlich auch jedem kritischen Freund von Mannschafts- und Ballsportarten in den letzten Wochen ziemlich übel aufstoßen müssen, aber egal.

Schon zur WM haben wir gesehen, wie ein sportliches Großereignis zum Vehikel einer nationalistischen Flächenimpfung wurde. Die Nationalfarben konnten sich wieder sehen lassen und das Trikot der DFB-Auswahl wurde nicht mehr nur zu Asylbewerberheimsverbrennungen getragen, sondern dauernd. Funk und Fernsehen beschäftigten sich ausgiebiger als zuvor mit dem Leid und der Geschichte deutscher Opfer des Zweiten Weltkrieges und überhaupt tendierte man dazu, die Bewältigung der deutschen Vergangenheit generell durch ihre Verdrängung zu ersetzen. (Die Gruppe Kittkritik hat ein sehr lesenswertes Buch über diese Zustände geschrieben.)

Wie zu erwarten kam es zur Europameisterschaft wieder zur Verschmelzung von Profisport, Vaterland und Volksgemeinschaft. Der motorisierte Individualverkehr in ehemaligen NSDAP-Hochburgen wie Steglitz und Charlottenburg geriet zum Fahnenmeer. Besonders unangenehm fiel auf, daß vor allem betriebliche Gefährte das Bekenntnis zur nationalen Identifikation anbrachten, als würde es der Mittelstand auch aus pekuniären Erwägungen als Notwendigkeit ansehen, die Verbundenheit mit der deutschen Allgemeinheit hervorzuheben. (Erfreulich ist allerdings, daß die patriotische Kostümierung auch als zuverlässiger Deppenindikator funktionierte und man beispielsweise nur flüchtig bekannte Gesichter auf dem Campus schon aus der Ferne als Vollidioten identifizieren und weiträumig umgehen konnte, was angesichts des täglichen Gebrauchs eines Kunststofftrikots wahrscheinlich auch olfaktorisch sinnvoll war)
soccer sucks, fuck football Die Nationalmannschaft wuchs auf ca. 82 Mio. Mitglieder an, sowohl die dümmsten als auch die bestbezahlten Fressen des Landes versuchten sich an der Zwangsintegration des größten Teils der Landsleute in das so unbefangene und freundliche “wir” der deutschen Nation. Wer nicht dazugehören soll, dem wurde das auch deutlich zu verstehen gegeben.
Die Friedrich Ebert Stiftung hat fast unbemerkt das Sequel zu ihrer vor zwei Jahren erschienenen Studie “Vom Rand zur Mitte” herausgebracht und ist zu dem Ergebnis gekommen, daß es eben kein weltoffener und fortschrittlicher Party-Partiotismus ist, der zu solchen Veranstaltungen die Massen ergreift, auch wenn das offenbar eine weit verbreitete Annahme ist. Die Zahlen dokumentieren anscheinend vielmehr den knallharten Ruf nach einer geschlossenen Volksgemeinschaft.

Nun ist der Quatsch endlich vorbei... Die harten Wochen sich häufender Däm- und Widerlichkeiten sind überstanden, unzählige Male mußte man sich zusammenreißen, um den im Zweifelsfall ganz schnell in Überzahl sich befindenen polychromen Gesichtern bedingungsloser Vaterlandsliebe nicht im Affekt eine reinzuhauen, ohne Reizgas und schwere Stiefel traute man sich kaum aus dem Haus, beim Public Viewing am Hackeschen Markt gab es einen Thor Steinar-Block und linke Chaoten haben viele viele kleine Fähnchen geschändet… Die EM 2008 war eine erbarmungslos sich ziehende Demütigung sowohl für Skeptiker völkischer Konstrukte, nationalistischer Kategorien und testosteronieller Retardierung als auch Freunde des guten Geschmacks. Vielleicht sollte man sich mal Gedanken darüber machen, wie solchen Anlässen in Zukunft zu begegnen ist.

Fußball muß sterben, damit wir leben können!

Schland verrecke!

Naziaufmarsch Berlin-Rudow 1.12.2007

Sonntag, Dezember 2nd, 2007

Da isse!!    Quelle: Rassloff/ADF

Die Berliner Morgenpost erklärt: Die Querfront:

Den Rechtsextremen scheint es gestern in Neukölln tatsächlich gelungen zu sein, über Interessenkonflikte hinweg ein breites Demo-Bündnis zu organisieren und eine sogenannte Querfront aufzubauen. Noch vor Monaten galt dieser Zusammenhalt in der Szene als undenkbar. Gestern aber marschierten neben etablierten NPD-Politikern aus Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen, komplett in schwarz gekleidete Kameradschaftsmitglieder aus mindestens sechs Bundesländern sowie kahl rasierte neonazistische Skinheads. Beim Anblick von Gegendemonstranten skandierten sie Losungen wie “Frei, sozial und national” und “Nie wieder Israel”. Zudem trugen die Neonazis Transparente mit Zitaten der ehemaligen RAF-Terroristin Gudrun Ensslin, und aus ihren Lautsprecherwagen kam Musik einer Punkrockband.

Mehr über die “Querfront” von rechts nach rechts bei Indy, der Süddeutschen und der taz.

Kurde Kebab?

Sonntag, Oktober 28th, 2007

Die türkischen Krisengespräche mit dem Irak sind gescheitert und die Türkei ist drauf und dran, im Nordirak einzufallen.

Auf dem Hermannplatz demonstrieren mehrere tausend begeisterte Jubeltürken “Türkiye! Türkiye!”-kreischend und MHP-Fahnen schwenkend ihren durch nichts zu erschütternden Nationalstolz. Was der unbedarfte und sonntäglich durchgekaterte Beobachter auf den ersten Blick als Aufguß des hurrafaschistischen “Tag der Türken” hält, entpuppt sich kurz darauf als blutdurstiger Fackelmob.

Bleibt abzuwarten was in Berlin passiert wenn die Türkei tatsächlich im Irak einmarschiert.

Update: indymedia