Archive for the ‘Ruin’ Category

Cave, Ellis, Hillcoat, McCarthy

Montag, Oktober 5th, 2009


Nick Caves Zusammenarbeit mit den Bad Seeds droht mit der zunehmenden Anteilnahme des kulturellen Mahlstroms immer mehr an Bedeutung zu verlieren. Waren zwar auf dem letzten Album “Dig, Lazarus, Dig!!!” noch einige Perlen, wird das Publikum seit Jahren immer danebener und wird mittlerweile sogar in Form der dichten Kumulation von Idioten auf dem deutschen Festival Hurricane bedient. Daß der Ausstieg von Mick Harvey kurz nach der Zusage Anfang dieses Jahres mit dieser zu tun hatte, ist sicher nicht unwahrscheinlich.
Glücklicherweise betätigt sich Cave allerdings umso mehr in seinen Nebenprojekten. Zur Lesung seines neuen Buches “The Death of Bunny Munro” ist er am 17.10. in Hamburg. Das Hörbuch der deutschen Fassung spricht Blixa Bargeld.
Bemerkenswerter ist allerdings, daß mit Caves und Ellis’ Soundtrack zur Verfilmung von Cormac McCarthys eindrucksvollem Roman “The Road” von John Hillcoat endlich eine Zusammenarbeit stattfindet, die so schon immer folgerichtig und unausweichlich erschien. Hillcoat ist für die Mehrzahl der Bad Seeds-Videos verantworlich und hat schon Nick Caves Drehbuch zu “The Proposition” imposant umgesetzt. Schon damals hatten Nick Cave und Warren Ellis den Soundtrack geliefert. Die düsteren und beklemmenden Bilder, die Cormac McCarthy in seinen Romanen und Erzählungen malt, erinnern allerdings stark an die hoffnungslose Südstaatenatmosphäre, mit der Nick Cave mit den Bad Seeds schon immer gespielt hat, daß sich jetzt schon die Hände gerieben werden dürfen vor lauter Vorfreude an die musikalische Umsetzung der von McCarthy entworfenen Dramatik. Vor allem wenn man die wundervollen Kompositionen Caves und Ellis’, ohne die der Western “The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford” vielleicht nicht mehr gewesen wäre als ein unrasiertes Brad Pitt-Schaulaufen, als einen Vorgeschmack auf das neue Werk betrachtet.

Trailer

reloaded

Dienstag, April 1st, 2008

Die drei Monate Rückzug, die wir uns aus Trauer und Ratlosigkeit über den richtigen Umgang mit unserem schmerzhaften Verlust auferlegt haben, sind vorüber. Es bleibt resigniertes Selbstmitleid angesichts der riesigen Lücke die gerissen wurde, der Verdacht, in den vergangen Monaten vieles falsch gemacht zu haben und die erdrückende Gewißheit, daß es für alles im Leben irgendwann einfach mal zu spät ist. Und ein bekloppter Nachruf in der Groove.
Wir sind in all unserer faulen Dämlichkeit und flachkulturellen Ausdrucksarmut jedenfalls erstmal wieder da. Nichts ist so gelaufen wie es sollte. Mal sehen wie es nun weitergeht.
Wehmütig macht jedesmal wieder die unwiderrufliche Assoziation des Jesse JamesSoundtracks
Goodbye Ramin. Danke für alles Geile. Machs gut.
Krzbrk!!